Sie haben Ihren Text auf links gedreht und sind sich sicher: Alles richtig gemacht. Und plötzlich springt Ihnen doch noch ein Fehler ins Auge – nachdem Sie den Text gedruckt oder gepostet haben.

Kleiner Trost: Der Wortüberlegenheitseffekt ist schuld.

Unser Gehirn setzt bekannte Wörter automatisch richtig zusammen. Die Leseforschung nennt das den Wortüberlegenheitseffekt. Die Autokorrektur im Kopf setzt auch dann ein, wenn einzelne Buchstaben im Wort falsch sind oder an der falschen Stelle stehen. Deshalb überliest man Fehler in eigenen Texten besonders leicht. Was wir selbst richtig gedacht, aber falsch getippt haben, fällt uns nicht so schnell auf.

So finden Sie die Fehler im Text:

Tipp 1: Mehrmals und mit zeitlichem Abstand korrigieren

Wenn man dreimal Korrektur liest, findet man alle Fehler. Wenn man viermal liest, sogar noch mehr. Scherz beiseite: Auch wenn man schon beim zweiten Durchlesen glaubt, jeden Fehler gefunden zu haben – drei Durchgänge sind ein Muss. Wichtig ist der zeitliche Abstand, nur das gewährleistet einen frischen Blick auf die Texte. Sie werden beim dritten Mal staunen, wie viel Sie vorher übersehen haben.

Tipp 2: Fehlerfahndung am PC und auf Papier

Gerade Viel-Leser sollten beim Korrekturlesen für Abwechslung sorgen. Also: Texte ausdrucken und zusätzlich am PC lesen. Dabei ruhig mal die Bildschirmansicht verändern und eine andere Schriftart, -größe oder -farbe wählen. Die Word-Rechtschreibkorrektur allein reicht erfahrungsgemäß nicht aus. Nützlich ist sie jedoch allemal.

Tipp 3: Im Sitzen, Stehen und auch mal laut lesen

Ein Korrekturdurchgang am Schreibtisch ist in Ordnung. Darüber hinaus gilt: Je mehr Abwechslung, desto besser. Also auch mal im Stehen lesen oder an einem anderen Ort. Besonders wirkungsvoll, aber nur für Einzelbüros geeignet: Den Text laut vorlesen – auch dabei stolpert man über Fehler.

Tipp 4: Vorsicht bei Zahlen, Abkürzungen und Versalien

Zahlen- und Buchstabendreher übersieht man besonders leicht. UMTS oder UTMS – irgendwann sieht man die Abkürzung vor lauter Buchstaben nicht mehr. Also Zahlen und Einzelbuchstaben immer besonders sorgfältig unter die Lupe nehmen. Vorsicht ist auch geboten, wenn Textpassagen in Großbuchstaben geschrieben sind. Die sogenannten Versalien sind schwerer lesbar und ein ideales Versteck für Tippfehler.

Tipp 5: Querverweise prüfen

Neben Tippfehlern muss man auch inhaltliche Fehler im Blick haben. Bis zur Veröffentlichung wird ein Text meist mehrfach verändert. Inhalte werden an manchen Stellen ergänzt, ausgetauscht oder gestrichen. Diese Änderungen können sich auch auf andere Textstellen auswirken. Lektoren müssen daher inhaltlich mitdenken und Texte kreuz und quer prüfen.

Tipp 6: Lieber einmal zu viel nachschlagen als einmal zu wenig

Groß oder klein? Zusammen oder getrennt? Komma oder kein Komma? Dativ oder Genitiv? Man muss nicht alles wissen. Es reicht, wenn man weiß, wo man schnell mal nachschlagen kann – zum Beispiel auf duden.de.

Tipp 7: Vier Augen sehen mehr als zwei

Lassen Sie den Text von einer zweiten Person prüfen. Falls Sie externe Unterstützung benötigen, erreichen Sie mich unter 02129 377694 oder mail@martinezhaas.de!

 

Tipps fürs Profi-Lektorat